2. Februar 2026

Inverted Windows – Die Künsterin Sabine Hornig

Peters-Messer
Die Sammlung lebt – Skulpturensammlung Viersen – Die Künstlerin Sabine Hornig
Text: Florian Peters-Messer
Inhaltsverzeichnis

Sabine Hornig studierte von 1986 bis 1992 Bildhauerei und Bildende Kunst an der Hochschule der Künste in Berlin, wo sie auch lebt.
Ein Zitat des britischen Kunsthistorikers Mark Gisbourne beschreibt Hornigs künstlerisches Anliegen sehr treffend:

„Die Künstlerin untersucht das Wesen der menschlichen Wahrnehmung“.

Sie tut dies, indem sie real existierende architektonische Elemente in ihre Arbeit einbindet – sie verändert, verfremdet, interpretiert, kombiniert oder vereinfacht und wählt dazu das Medium der Bildhauerei. Der Betrachter wird mit einem uns durchaus bekannten „Ding“ konfrontiert. Das kann eine Bushaltestelle, ein Trafokasten, ein Hauseingang oder ein Schaufenster sein. Sie stellt damit die Frage, was bestimmte architektonische Elemente bei uns evozieren. Es geht um das Innen und Außen und den Bezug, den wir beim Betrachten dazu einnehmen. Es geht um Spiegelungen von Natur oder Stadtraum im Fenster, das als zentrales Anliegen in allen von Sabine Hornig eingesetzten Medien eine wichtige Rolle spielt.

Unter den zahlreichen Arbeiten im Außenraum, die die Künstlerin realisiert hat, sticht die fast 1.110 m² große Installation „La Guardia Vistas“ aus dem Jahr 2020 im La Guardia Flughafen New York heraus. Außerdem hat sie in der Arbeit „Shadows“ aus dem Jahr 2019 eine monumentale Arbeit für drei Bürotürme im neu entstandenen Bezirk Barangaroo, Sydney entwickelt.

Charakteristisch sind also ortsspezifische Installationen, so wie sie es auch für das Projekt für Viersen plant, indem sie mit der Arbeit „Inverted Window“ ein umgekehrtes Fenster im Park vorsieht. Sie bezieht sich mit der Arbeit auf eines der zugemauerten Fenster an der Südseite der Galerie. Sie deutet die Fassade durch eine fast 4 Meter hohe weiße Fassadenplatte an, in der jedoch – anders als in der Fassade der Galerie – der lichte Fensterraum freigelassen ist, aus dem eine gitterförmige Struktur aus Stahl herauswächst – gleichermaßen den Innen- als auch den Außenraum heraus- oder hineinstülpend. Das Gitter ist also gleichzeitig eine transparente Mauer, die den Blick durch das Fenster nach innen bringt. Sie verweist mit dieser Arbeit auf das, was uns durch die Vermauerung verhüllt bleibt, oder aber das, was vom Außen des urbanen Umfeldes in die Galerie hineinwirken könnte.

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