Mit der Ausstellung „Die Sammlung lebt!“ (bis 04.01.2026 in der Galerie im Park) werden mehrere Werke aus dem unmittelbaren Umfeld nun offiziell in die Skulpturensammlung Viersen integriert.
Georg Ettls „Frau mit Armen“ – in Viersen rasch zur „Starken Frau“ umbenannt – wurde 2004 als Schenkung Viersener Bürgerinnen und Bürger am neuen Stadthaus aufgestellt.

Foto „Frau mit Armen“: Raffaele Horstmann; Ausstellungsansicht Stadt Viersen.
In der Ausstellung sind mehrere kleine Varianten der Figur in Holz und Plexi zu sehen und zwei Versionen des berühmten Ettl-Kopfes aus dem Jahr 1994: großformatige Siebdrucke auf Vlies sowie die „Rosa Riesenköpfe“ aus lackiertem Aluminium.

Maria Lehnens „Große Stehende“ entstand 2005. Im Jahr 2007 wurde sie als Schenkung Viersener Bürgerinnen und Bürger vor der Albert-Vigoleis-Thelen-Stadtbibliothek aufgestellt und nun in die Skulpturensammlung Viersen integriert.

Foto „Große Stehende“: Raffaele Horstmann; Ausstellungsansicht Stadt Viersen.
Die Ausstellung „Die Sammlung lebt!“ gibt in mehreren Räumen Einblicke in das vielseitige Schaffen der im Frühjahr 2025 verstorbenen Mönchengladbacher Malerin und Bildhauerin. Die vielfältigen Werkgruppen der Schnürungen, der Schafe und Wölfe, der Häutungen stellen die menschliche Figur, stellen den Menschen als Leitmotiv in den Mittelpunkt.

Die Arbeit „Antenne Viersen“ des Künstlerduos Maik und Dirk Löbbert ist im Kreis der neu in die Skulpturensammlung aufgenommenen Werke sicherlich das unauffälligste, vielleicht sogar oft übersehene Werk. Gerade darum ist es typisch für die Brüder Löbbert. Seit 40 Jahren arbeiten sie als Künstlerpaar, 20 Jahre lang lehrten sie gemeinsam als Professoren für Bildhauerei und Kunst im öffentlichen Raum an der Kunstakademie Münster. Für ihre ortsbezogenen Arbeiten schauen sie genau hin, entdecken das, was vielen verborgen bleibt, und knüpfen mit ihrer Kunst dort an, subtil und oft humorvoll. So entdeckten sie 2018 an der Treppe zum Forum das abrupt endende Geländer und führten – in technischer Perfektion – den Handlauf ganz selbstverständlich und beiläufig weiter, senkrecht in die Höhe, mehr als 3 m weit.

Foto „Antenne Viersen“: Raffaele Horstmann; Ausstellungsansicht Stadt Viersen.
In der Ausstellung „Die Sammlung lebt!“ zeigen sie einen Video Mix aus fast 20 Jahren gemeinsamer Arbeit, der kleine Bewegungsabläufe kombiniert und ihre Art des Beobachtens und Arbeitens vor Augen führt.

Durch eine großzügige Schenkung aus einer Meerbuscher Privatsammlung an den Verein für Heimatpflege gelangt nun eine neue Bank in den Park. Sie ist in Edelstahl und Kunststoff ein eher ungewöhnliches Werk für Michael Growe, dessen bevorzugtes Material Holz ist. Seine Malerei entsteht in vielen Schichten. Schleifen und erneute Versiegelungs-Prozesse verleihen ihr eine erstaunliche Räumlichkeit. Diese überführt der Künstler schließlich in seinen Objekten und Möbelstücken ins Reale. Das großformatige Holzobjekt entpuppt sich mittels eines verdeckten Öffnungsmechanismus als Schrank
Gelangt mit Maria Lehnen nach 36 Jahren die erste weibliche Künstlerin in die Skulpturensammlung, besteht seit längerem der Plan für den Erwerb einer Arbeit, die ebenfalls von einer Künstlerin stammt. Sabine Hornig studierte in Berlin Bildende Kunst und Bildhauerei. Sie wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und mit mehreren Stipendien gefördert. Ihre Werke sind in zahlreichen privaten und öffentlichen Sammlungen von München und Hamburg über Malmö bis zum MOMA New York und in der Guggenheim Collection vertreten.
In ihren Werken verwebt die Berliner Künstlerin oft Skulptur, Fotografie und Architektur. Charakteristisch sind ortsspezifische Installationen. Eine solche schuf sie auch für die Ausstellung „Die Sammlung lebt!“. Sie verfremdet den vertrauten Eingangsraum, denn ausgehend vom mittleren Fenster der Apsis wächst ein gitterartiges Edelstahl-Konstrukt in den Raum, bildet einen lichten Raum im Raum, geschlossenes Rechteck und offen zugleich.

Besonders interessiert ist die Künstlerin an Fenstern, die sie häufig wie Spiegel- oder Projektionsflächen und als gerahmte Blicke einsetzt, um das Leben davor mit dem dahinter zu überlagern. Für Viersen plant sie mit der Arbeit „Inverted Window“ ein umgekehrtes Fenster im Park, im Modell in der Ausstellung zu sehen.
Ein letzter Raum der Ausstellung „Die Sammlung lebt!“ zeigt sechs Siebdrucke aus der 1999 vom Verein für Heimatpflege herausgegebenen Grafik-Edition zugunsten der Skulpturensammlung. Die signierten Drucke von Mark di Suvero, Karl Horst Hödicke, Erwin Heerich, David D. Lauer, Michael Schoenholtz und Peter Kastner können ebenso wie drei weitere von Heinrich Gillis Görtz, Bill Scott und Norbert Tadeusz zum Sonderpreis von 300,00 € erworben werden.
Als großzügige Spende kommt eine Grafik des Duos Maik und Dirk Löbbert hinzu, welche zum Sonderpreis von 600,00 € erhältlich ist. Der Erlös kommt ebenfalls der Skulpturensammlung zu gute.
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