Großes Interesse bei der Eröffnung der neuen Ausstellung „Was geblieben ist“ des Heimatvereins Viersen: Weit über 60 Besucherinnen und Besucher kamen gestern in die Räumlichkeiten des Vereins. Mit einer so großen Resonanz hatte die Vorsitzende und Kuratorin Beatrix Wolters nach eigenen Worten nicht gerechnet.
Zur Begrüßung sprach Bürgermeister Christoph Hopp, der die Bedeutung einer lebendigen und dauerhaften Erinnerungskultur hervorhob. Geschichte zu bewahren und sichtbar zu machen, sei ein wichtiger Beitrag für Gegenwart und Zukunft.

Für die Ausstellung hat Beatrix Wolters zahlreiche Dokumente, Fotografien und Gegenstände zusammengetragen. Auf großformatigen Tafeln werden – eingebettet in die historischen Zusammenhänge – die Lebensgeschichten jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger aus Viersen erzählt.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den Frauen der jüdischen Gemeinde. Gemeinsam mit ihren christlichen Mitstreiterinnen unterstützten sie die Bevölkerung in schwierigen Zeiten. Während ihre Ehemänner im Ersten Weltkrieg für Deutschland im Einsatz waren, führten sie vielfach die Geschäfte und übernahmen Verantwortung vor Ort.
Auch persönliche Schicksale finden Raum in der Ausstellung – etwa das des Feuerwehrmannes Josef Cleffmann, der als Hornist der Viersener Feuerwehr bei Bränden seine Kollegen alarmierte und zugleich die Bevölkerung warnte.
Mit viel Liebe zum Detail wurde im zweiten Ausstellungsraum ein historischer Wohnraum gestaltet. Eine Litfaßsäule mit Zeitungsseiten, Plakaten und Werbeanzeigen führt die Besucherinnen und Besucher durch beinahe ein ganzes Jahrhundert und lädt zum Entdecken ein.
Die Ausstellung zeigt nicht nur, was geblieben ist, sondern macht zugleich deutlich, was verloren gegangen ist.
Öffnungszeiten
Sonntags von 14:00 bis 16:00 Uhr
Ort
Heimatverein Viersen – Altes Stadtarchiv
Am Alten Gymnasium 4
41747 Viersen
Weitere Termine werden noch bekannt gegeben.
Teilen: