27. Oktober 2025

Als Viersen noch eine jüdische Gemeinde hatte – wie alles begann

aus Lohmann, Die Geschichte der Stadt Viersen (Heimatverein)
Seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts ließen sich in Viersen Juden nieder
Text: Beatrix Wolters
Inhaltsverzeichnis

Die Zeitreise führt uns an den Beginn des 19. Jahrhunderts. Die ersten Jüdischen Kaufleute Jakob Levi und Jonas Leffmann ließen sich in Viersen nieder. Lesen Sie wie es in der gemeinde weiterging.

Um das Jahr 1800 ließ sich Jakob Levi als Kleinhändler in Viersen nieder. Kurz darauf heiratete er und gründete eine Familie. Jakob Levi zog gegen die napoleonischen Truppen  in den Krieg und wurde dabei zwei mal verwundet. Im Jahr 1808 ließ sich Jonas Leffmann als Kattunhändler- und Fabrikant in Viersen nieder. Er hatte auch gerade geheiratet und eine Familie gegründet. Seine älteste Tochter Geutgen Jonas, Henriette Leffmann, kam im Jahr 1808 zur Welt. Jonas Leffmann sollte einer der führenden Mitglieder der jüdischen gemeinde werden.

Aus den Anfängen waren bereits 1812 22 Mitglieder geworden. Die Familien Mähler, Benjamin Levi waren dazugekommen. Sie wohnen für einige Jahre alle in gemieteten Häusern in der Kirchgasse, auch Judengasse genannt. Die Gasse verband die heutige Löhstraße mit der Dülkener Straße. Ab etwa 1815 zogen sie dort fort und verteilten sich im Stadtgebiet. Jonas Leffmann errichtete auf der Hauptstraße ein Haus und stellte dort Räumlichkeiten als Bethaus und Schule der kleinen Gemeinde zur Verfügung. Im Jahr 1817 wurde Jonas zum Vorsteher der Gemeinde ernannt und war somit verantwortlich für alle organisatorischen Belange. Im Jahr 1824 hatte die jüdische Gemeinde 47 Mitglieder zu verzeichnen.

Im Jahr 1829 erwarb er im „Roaser Bongert“ ein Stück Land, auf dem der erste jüdische Friedhof errichtet wurde. Noch heute erinnert eine Gedenktafel auf der Florastraße an diesen ersten Friedhof.

Nach Jonas Tod übernahm sein ältester Sohn Salomon das Geschäft des Vaters und auch den Vorsitz der jüdischen Gemeinde.

Salomon und Rieckchen sind auf dem Foto zu sehen, welches John Francken zur Verfügung stellte.

Er war von Jugend auf mit allem betraut worden. 1848 heiratete Salomon die Kaufmannstochter Rieckchen Romberg aus Menden. Das Paar bekam in Folge sechs Kinder. Salomon verließ 1852 Viersen um sein Glück in Aachen zu suchen. Er strebte in eine große Stadt. Nun übernahm sein Bruder Jonas die Aufgaben. Bei der Bildung der Synagogengemeinde Gladbach, zu der nun auch das bisher selbstständige Viersen gehörte, wurde er zum Vorsitzenden ernannt. 1857 endete die Ära im Vorsitz der Gemeinde, welche die Leffmanns 40 Jahre geführt hatten. Auch Jonas Levy verließ Viersen.

Nun übernahm den Vorsitz Nathan Liefmann. Mehr über die Gemeinde erfahrt Ihr im nächsten Beitrag.

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