Die belgische Besatzung am Niederrhein nach dem Ersten Weltkrieg

17. September 2026

Am 11. November 1918 endeten die Kampfhandlungen des Ersten Weltkriegs mit dem Waffenstillstand von Compiègne, wenige Tage später marschierten alliierte Besatzungstruppen im Rheinland ein. Die Besatzung des Niederrheins übernahmen die Belgier als kleinste der vier Besatzungsmächte. Sie errichteten zunächst ein drakonisches Regiment mit Ausgangssperren, Einquartierungen, Requisitionen und Geiselnahmen. Binnen weniger Tage bauten sie ein Netz aus Ortskommandanturen auf, so auch in Viersen, Kempen und Kaldenkirchen. In der Folgezeit änderte sich das Besatzungsregiment mehrfach hinsichlich seiner Requisitionspolitik, der Truppenstärke, den Spannungen bis hin zum potentiellen Wiederaufflammen des Krieges und der heißen Phase, als 1923 vom Rheinland aus das Ruhrgebiet besetzt wurde.

Weniger in der deutschten Wahrnehmung gab es aber auch zwischen den Besatzungsmächten und selbst innerhalb der belgischen Besatzungsmacht Spannungen, hier vor allem zwischen der zivilen Verwaltung und dem Militär. Als die Belgier Ende Januar 1926 aus dem heutigen Kreisgebiet abzogen, feierte man das in Viersen als Befreiung. Aber ganz abgezogen waren die Belgier noch gar nicht aus dem Rheinland!

Der Vortrag beleuchtet die Vielschichtigkeit der belgischen Besatzung zwischen Konfrontation und ruhigem Nebeneinander von Besetzten und Besatzern, militärischer und ziviler Verwaltung, dem Bemühen um Durchsetzung von deutschen Reparationen und dem Lavieren den deutschen Verwaltung in dieser Zeit der Niederlage und des Mangels.

Referent: Dr. Michael Habersack, Archivar und Historiker

Donnerstag, 17. September 19.30 Uhr

Heimatverein Altes Stadtarchiv, Am Alten Gymnasium 4, 41747 Viersen

Unbedingte Anmeldung unter: veranstaltungen@heimatverein-viersen.de

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