Skulptur von

Sabine Hornig

Inverted Window

Foto: Raffaele Horstmann

Informationen zur Skulptur

Künstler

Sabine Hornig

Skulptur

Inverted Window (einen Blick durch das „umgekehrte Fenster)

Material

Weißer Beton, Stahl

Grösse

382 x 234 x 418 cm

Entstehungsjahr

2026

Aufstellungsort

Rathauspark neben der Städtischen Galerie in Viersen

Weiteres

In der Sammlung seit 2026.

Weitere Bilder

Die Skulptur aus weiteren Perspektiven

Die Wirklichkeit infrage stellen, mit Realitäten spielen, Gewissheiten vom Sockel der Gewissheit holen – das ist das Privileg von Künstlerinnen und Künstlern. Die Bildhauerin Sabine Hornig bietet den Passantinnen und Passanten im Park der Städtischen Galerie mit ihrer Arbeit „Inverted Window“ einen Blick durch das „umgekehrte Fenster“ und damit einen Perspektivwechsel an.

Welch ein Luxus, ein Fenster zu besitzen! Eines, das den Blick öffnen und in die Welt lenken kann und umgekehrt die Welt in den Raum hineinlässt. Eines, das an der Schwelle zwischen Innen und Außen stehend Abgrenzungen ebenso wie Verbindungen schafft. In der Kunstgeschichte findet sich seit langem das Motiv des Fensters in Form von gebauten oder gemalten Fenstern, die unterschiedliche Ideen widerspiegeln. Den Romantikern war es beispielsweise Ausdruck von Sehnsucht und Freiheit, anderen Malern Ausdruck von Grenze und Gefangenschaft.

Viersens Skulpturensammlung beherbergt mit dem Kunstobjekt von Sabine Hornig ein außergewöhnliches Fenster. Es ist im Park hinter der Städtischen Galerie zwischen der zerknüllten „China Daily“- Zeitung aus Bronze von Wang Du und Günter Haeses Großskulptur „Optimus II“ platziert. Die Spaziergänger, die die Fensterskulptur umrunden, werden mit Rätseln konfrontiert. Was sie sehen: Ein Fenster im Freien. Ein Fenster ohne Haus. Ein Fenster ohne Raum. Die Skulptur besteht aus einem dreidimensional gebauten Fensterelement aus Beton, vor dem ein metallenes Gitter in der Größe der Fensteröffnung einen langgestreckten Raum bildet.

Dieser wird von zwei „Beinen“ in der Höhe des Fenstersimses über drei Meter entfernt gestützt. Das Gitter greift die Form von Fugen auf, die Maße der Gitterhohlräume entsprechen denen der (nicht vorhandenen) Steine. Wie so oft in ihrem künstlerischen Werk reagiert Sabine Hornig auch in „Inverted Window“ auf den Ort, für den die Skulptur von Anfang an bestimmt war. Einige der Fenster an der Südseite der Galerie sind zugemauert, ihre frühere Existenz aber von außen als Fensterformen in der Fassade erinnerbar.

Die „Wände“, wenn man das leichte Gittervolumen als solche bezeichnen und betrachten mag, wirken wie eine transparente Mauer und formulieren einen Kontrast zum Volumen des Ein Fenster stellt – in der Regel des Alltags – die Schwelle, den Übergang zwischen Innen- und Außenräumen dar. Das Fenster an sich ist ohne Raum, stellt die den Raum trennende Fläche dar. Sabine Hornig kehrt dies um: Ihr Fenster ist „inverted“, also umgekehrt, ist die herausgestülpte Form des Raums des Fensters. Es bildet selbst einen Raum aus. Was sich Betrachterinnen und Betrachter fragen mögen: Was sehe ich? Wohin schaue ich? Wo ist Innen? Wo ist Außen? Die Fragen werden offen bleiben. Denn: Sabine Hornigs Fenster ist offen, durchsichtig, gleichzeitig begrenzt – offen und geschlossen zugleich ein Paradox. Das Fenster konfrontiert die Betrachter mit den vielfältigen und überraschenden Möglichkeiten der Wahrnehmung.

Biografie & künstlerischer Werdegang

Sabine Hornig

Sabine Hornig (* 1964 in Pforzheim). Sie studierte von 1986 bis 1992 Bildhauerei und bildende Kunst an der Hochschule der Künste in Berlin. Mit ihren Skulpturen, Fotoarbeiten und ortsbezogenen Kunstobjekten hat Sabine Hornig international Aufmerksamkeit gefunden. Ihre Arbeiten sind in der Bundeskunstsammlung Bonn, im Museum of Modern Art, in der Guggenheim Collection, New York und weiteren Museen zu sehen. Sie lebt und arbeitet in Berlin.

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